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Partner mit dem Sport (von Robert Steinruck)

Wie ist es eigentlich, wenn man mit einer Spitzensportlerin zusammen ist?

Interessant ist es auf jeden Fall, man sieht sehr viel und erhält Einblicke in eine Welt, von der man keinerlei Ahnung hatte. Sport hat eigentlich jeder schon einmal gemacht und nicht gerade wenige zählen ihn, mehr oder minder ambitioniert, zu ihrem Hobby.

Aber das komplette Leben nach dem Sport ausrichten ist dann doch das, was für mich den größten Unterschied macht.

So werde ich regelmäßig von Freunden gefragt: „Wie lange ist Katha eigentlich noch weg?“ oder „Wann kommt Katha eigentlich wieder?“

Die Frage stellt sich sehr regelmäßig, da man über die vielen Jahre (7 ½) doch einen gemeinsamen Freundeskreis aufbaut und diese sich auch freuen, wenn Katha dabei ist.

Die Antworten variieren dabei von: „Gar nicht – sie ist momentan daheim, konnte aber, wegen dem Training am nächsten Tag, nicht mit.“ bis „Sie ist gerade gestern wieder weg und kommt erst in vier Wochen wieder“. Dazwischen gibt es natürlich die gesamte Bandbreite des Zeitraumes, es kann sich ja auch mal nur um ein Wochenende handeln.

Jetzt gerade waren wir für zwei Wochen in Livigno (italienische Alpen). Dort habe ich zwei Wochen Urlaub gehabt und Katha hatte zwei Wochen unspezifisches Grundlagentrainingslager in der Höhe in Form von Skilanglauf. Also zwei Wochen viel gemeinsame Zeit.

© Gesa Krause

© Robert Steinruck

©Gesa Krause

 

 

 

 

 

 

 

Das ist ein Luxus mit ihr in ein Trainingslager fahren zu können, der selbstverständlich nicht immer geht. Ich versuche Überstunden zu machen und mehr zu arbeiten, wenn sie nicht da ist und nur die Stunden zu machen die ich machen muss, wenn sie dann wieder daheim ist.

Doch Urlaubstage sind begrenzt und selbstverständliche möchte auch Katha nicht immer nur dann weg, wenn es in ein Trainingslager geht, sondern auch mal am Strand liegen oder sich Landschaften anschauen und tatsächlich Urlaub machen. Klingt merkwürdig, dass ein Mensch Urlaub machen möchte, der doch so oft im Jahr weg ist. Aber da ist sie eben Arbeiten.

Aber dazu an anderer Stelle mehr, ich schweife vom eigentlichen Thema ab. Wie ist das so, wenn man mit einem Menschen zusammen ist, der professionell Sport macht?

Man sieht sich relativ selten im Jahr. So ist bei ihr im Jahr 2018 geplant jeweils ca. 4 Wochen nach Kenia, Südafrika, Livigno und Davos oder ein zweites Mal nach Livigno zu fahren. Das ist die bis jetzt stehende Planung bis zur Europameisterschaft in Berlin im August. Was im Herbst ansteht ist noch nicht klar. Zwischen den Trainingslagern gibt es dann noch die Wettkämpfe, wo Katha natürlich auch nicht Zuhause ist. Da könnte man langsam die Frage stellen: lohnt sich das überhaupt mit einem Menschen zusammen zu sein, wenn man sich doch kaum hat?

Ja, lohnt es sich! Auch, wenn man manchmal ganz schön mit sich und der Beziehung hadert, insbesondere, wenn dann das dritte oder vierte Trainingslager am Laufen ist und die Freundin, mal wieder, nicht da ist…

Die gemeinsame Zeit entschädigt für vieles und man versucht die Zeit, die man hat, mehr zu nutzen. Ich versuche, wie oben gesagt, in der Zeit, in der Katha Zuhause ist, weniger zu arbeiten und dadurch mehr Zeit mit ihr zu haben. Andersrum versucht Katha die Termine, die nicht auf einen bestimmten Tag festgesetzt sind, dann zu machen, wenn ich arbeiten bin. Dadurch haben wir die Tage, die ich durch Schichtarbeit bedingt frei habe, auch tatsächlich für uns. Einzig das Training von ihr muss dann an diesem Tag noch untergebracht werden. Bei längeren Einheiten besteht die Möglichkeit auf dem Fahrrad mitzufahren oder auch das ElliptiGo zu nutzen und sie so zu begleiten. Anders kann ich auch in der Zeit selbst trainieren gehen und man hat sich danach wieder. Und wenn Katha Krafttraining hat oder das Wetter so beschissen ist, dass man nicht mal einen Hund vor die Tür setzen würde, dann besteht auch noch immer die Möglichkeit zusammen ins Fitnessstudio zu gehen. So hat man also doch relativ viel Zeit zusammen.

© Privat

© Privat

© LandessportbundHessen

 

 

 

 

 

 

 

 

Natürlich ist man manchmal “neidisch“ auf den Sport. Abends feiern gehen oder einfach spontan sagen man fährt das Wochenende weg, geht dadurch oft nicht. Am nächsten Tag ist früh Training, da drei Einheiten auf dem Plan stehen oder an dem Wochenende ist eine Einheit wo der Trainer dabei sein sollte.

Aber insgesamt lebt es sich zu dritt doch ganz gut, man muss sich nur mit dem Sport arrangieren, einen Weg finden, mit dem beide Leben können und letztendlich die Zeit nutzen die man zusammen hat.

Wenn man sich die gesamte Zeit anschaut, die wir beide haben, ist das, denke ich, etwa die gleiche, die auch normale Paare haben. Diese sehen sich vielleicht regelmäßiger. Dafür sehen wir uns länger. Die sehen sich jeden Tag nach der Arbeit, Katha und ich haben uns den ganzen Tag wenn ich frei habe.

So gesehen ist solch ein Leben mit dem Partner Sport also gar nicht so schlecht 😉

2 Comments

  • Franz Hug

    7. Dezember 2017 at 8:53 pm

    Sehr schön geschrieben Robert. Bei uns ist es, obwohl ich nur ein ambitionierter Sportler und Trainer bin ähnlich wie bei euch. In einer Marathon Vorbereitung, bei der auch noch das Training der Kunden ansteht, bleibt auch nicht viel Zeit für uns. Meine Iris ist auch oft mit dem Bike dabei, oder trainiert in der Gruppe mit. Wir sehen wir uns erst spät am Abend, duschen, etwas essen und mal kurz den vergangenen Tag besprechen. Schlafen ist natürlich auch noch auf dem Plan, schwupp, ist der Tag vorbei. Nur reise ich natürlich nicht so viel wie die Katha. Ich sag mal, die Freude ist immer mega bei euch, wenn die Gute aus einem langen Trainingslager kommt :-). Und der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall, wenn wir uns die Leistungen von Katha ansehen. Wir freuen uns auf das, was noch kommt. Euch weiter viel Spaß und viel Erfolg Katha. Be strong & train hard! Franz

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