Leistungsdiagnostik am IAT Leipzig

Am Institut für angewandte Trainingswissenschaften finden regelmäßig Leistungsstands-Überprüfungen statt. Da ich dem Bundeskader im Bereich Marathon angehöre, finden diese für mich in Leipzig statt. Mindestens einmal pro Jahr besuche ich daher die Sport- und Trainingsstätten meiner Geburtsstadt, um mich neben medizinischen Checks, auch einer Leistungsstand-Orientierung zu unterziehen.

Die Untersuchungen starten dabei meistens um 7 Uhr morgens. Da wir Sportler direkt im Institut kleine Doppelzimmer beziehen können, fallen wir quasi aus dem Bett ins Untersuchungszimmer. Neben Labor und einer allgemeinen Anamnese, stehen auch Herzultraschall, Ruhe-EKG, Lungentest und orthopädische ‚Anschauung’ statt.

Wenn es da dann um die Dehnung mit „Nun berühren Sie bitte mit den Fingerspitzen die Zehenspitzen“, geht, komme ich bereits das erste Mal zum Schwitzen. Und das morgens um halb 8 😉

Nach dem Frühstück findet dann zu gegebener Zeit der Stufentest statt. Dieser variiert zwischen 4x2000m für Mittelstreckler und den Nachwuchs bis hin zu 4x4000m für den Marathoni. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, dass ich jemals weniger als 4000m gemacht habe  😛

Beim Stufentest wird mit einer Geschwindigkeit X, welche im Vorfeld abgesprochen wird, begonnen und bei jeder weiteren Stufe um 0,25m/s in der Geschwindigkeit erhöht. Jetzt zum Wiedereinstieg beginne ich meistens mit 4,00m/s – bei Überprüfungen in der Saison steige ich bei 4,25m/s ein.

Vor dem Start und zwischen den einzelnen Stufen wird Laktat genommen. Ebenso werden die Herzfrequenz gemessen, die Schrittfrequenz und –länge, sowie die Atemäquivalenz. Dafür müssen wir uns für 2 Minuten zum Ende hin einer Stufe eine Nasenklammer aufsetzen und ein Atemmundstück in den Mund nehmen. Manche findet das recht störend. Ich finde es sogar ganz angenehm, da es das Ende der Stufe einläutet 😉

mit Nele Wessel

 

 

 

 

 

 

Unterhaltung bei der doch recht langen ‚Einheit’ habe wir durch die anwesenden Sportler und Betreuer, sowie guter Musik und einem Bildschirm, auf dem wir jedes Rennen von 100m bis Marathon der letzten 8 Jahreshöhepunkte verfolgen können. Das motiviert zusätzlich.

Sind die Stufen geschafft und ich auch, sammle ich meistens meine 2-3 Kleidungsstücke wieder ein, da ich mich während den Stufen mehr und mehr meiner Kleidung entledige. Ja man kommt ins Schwitzen.

Am Ende der Tests und der erfolgten Beurteilung kann ich meine anstehende Trainingsaussteuerung an die gemessenen Werte anpassen. Ich bin sehr zufrieden mit meinem heutigen Test und darf meine Einheiten im Tempo anziehen – Fluch oder Segen, muss jeder selber entscheiden!

 

Zusätzlich zu dem Stufentest gibt es den sogenannten VO2max-Test, bei dem aller 30 Sekunden um 0,25m/s erhöht wird. Bei dem Test wird die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit getestet und daher von Anfang an mit Maske gelaufen. Zusätzlich trägt man eine „Weste“ aus zwei Schlaufen, da hier bis zum absoluten Ende gelaufen wird – der „Aus-Kotz-Test“ eben. Durch die Schlaufen und das Aufpassen von unserem Fachgruppenleiter Laufen/Gehen Dr. Olaf Ernst wird man am Hinfallen gehindert.

 

Ich glaube ihr könnt euch vorstellen, dass ich diesen Test einfach nur ‚geil’ finde. Bei dem Test wird man durch laute Musik aus den Boxen vor einem und den Zurufen der Umstehenden so gepusht, dass man nur gerne an seine Grenzen geht und zum Teil darüber hinaus. Puls … locker über 200 … eine leichte masochistische Ader kann man mir schon nachsagen ;))

Diesen Test habe ich allerdings heute nicht gemacht, da er nicht immer von Nöten ist, aber ich freu mich schon auf das nächste Jahr, wenn ich ihn wieder machen darf.

 

Jetzt geht es erstmal aufm Heimweg über Magdala Thüringer essen 😉

Schreibe einen Kommentar