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Auf den Straßen von Berlin

Am vergangenen Sonntag fand die 38. Auflage des Berliner Halbmarathons statt und frisch aus dem Höhentrainingslager ging es für mich bereits das 3. Mal dort auf die Strecke.

Meine Ambitionen für das Rennen waren definitiv eine neue Bestzeit und die Erfahrung; Wie klappt es mit einem Halbmarathon mit direkter Anreise aus mittlerer Höhe. Auch wenn ich schon einige Jahre auf den längeren Strecken unterwegs bin, heißt es immer Mal wieder testen und neue Möglichkeiten ausloten.

Für mich sollte das Rennen in Berlin dementsprechend für die Herangehensweise an die EM in Berlin im August ausschlaggebend sein und zwar in Hinblick auf die Aussteuerung im Höhentraining. Aber dazu später mehr.

Mit kurzen Zwischenstopp in Frankfurt und Kofferumpacken ging es am Freitag aus Südafrika kommend direkt weiter nach Berlin. Das schöne sonnige und warme Wetter aus Potchefstroom hatten wir wie versprochen in die Hauptstadt mitgebracht.

©Privat

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Pünktlich um 10:05Uhr fiel am Sonntagmorgen der Startschuss und über 38.000 LäuferInnen gingen auf die Strecke. Meine Teamkollegin Gesa und ich hatten zwei Pacemaker an die Seite gestellt bekommen – Roger König und Marc Schulze. Nachdem ich mich im vergangenen Jahr gegen einen Helfer entschieden hatte und schließlich alleine im Wind stand, wollte ich in diesem Jahr einfach sicher gehen. Und der geliebte Wind war ja auch wieder da.

Unsere Marschroute sollte in Richtung 17:00-17:10 Minuten für die 5km Abschnitte gehen. Dies klappte für mich auf der ersten Hälfte auch sehr gut.

Am ersten Getränkestand kam ich leider etwas aus dem Tritt, da sich drei Mitläufer aus meiner Gruppe bei der Getränkeaufnahme nicht ganz einig waren und ich voll in sie reinlief. Das bringt einen doch erstmal aus dem Tritt und ich brauchte doch einige Minuten um wieder in meinen Schritt und an meine Gruppe heran zu kommen. Es war angenehm eine so große Gruppe um sich zu haben und sich bei den Windpassagen etwas verstecken zu können. An dieser Stelle danke an unsere Mitläufer.

©unbekannt

©MarcusNemes

©ChristinaKurschat

©MarcusNemes

Leider musste ich ab der Hälfte der Strecke von meiner Gruppe abreisen lassen. Ehrlich gesagt rollte es schon ab Kilometer 7 nicht mehr so flüssig. Ich konnte den Schritt zwar ziehen und das Tempo einigermaßen aufrecht halten, doch war es Mühe und ein ‚Arbeiten‘ einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Die Läufer unter euch werden mich verstehen, was ich damit meine. Dass ein Wettkampfrennen anstrengend ist, ist vollkommen normal. Nur gibt es Unterschiede zwischen Laufgefühl mit Beißen und kein Laufgefühl und Beißen. Und ich hatte einfach kein Laufgefühl.

Ich bin nur ehrlich, wenn ich sage; Das war nicht das, was ich trainiert habe und abliefern wollte. Der Lauf hat mir persönlich keinen Spaß gemacht und ich würde lügen, wenn ich sage, es macht mir nichts aus, dass Gesa vor mir die Ziellinie überquerte. Ich bin sehr stolz auf sie und freue mich mit ihr, vor allem weil ich weiß, wie sehr sie diese langen Strecken mag und sich ihnen dennoch stellt.  Aber es ist trotzdem ‚meine‘ Strecke und man hat einen gewissen Stolz und Ehrgeiz, vor einer Mittelstrecklerin zu sein 😉

Klar Bestzeit ist Bestzeit (1:12:44h) und ich habe meine Antwort in Hinblick auf die EM. Also bin ich einen großen Schritt weiter gekommen und das stellt mich zufrieden.

©AndreasSchwarz

©Privat

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Ich möchte mich hier auch nochmal bei unseren beiden Pacemakern Marc und Roger bedanken, die eine geniale Arbeit geleistet haben und Roger, der mich auf der Strecke trotz Zeitverlust motiviert und bis über die Ziellinie getragen hat!

Und noch eine Sache: Ich habe einige Nachrichten erhalten, mit der Frage, wieso ich in Berlin und nicht in Hannover zu den Deutschen Meisterschaften am Start war. Darauf gibt es eine klare Antwort: Ich bin bereits zwei Mal in Hannover beim Marathon gelaufen und habe, obwohl es ein sehr schöner Lauf ist – mit toller Stimmung, beide Male persönlich schlechte Erfahrungen gemacht. Im ersten Jahr holte ich mir auf der Strecke bei Kilometer 39 einen Ermüdungsbruch im Wadenbein, beim zweiten Rennen ging ich mit einem Magen-Darm-Virus an den Start, der sich ab Kilometer 14 bemerkbar machte und die restlichen 28km zu einen Horrorlauf machten. Ich bin also nervlich etwas vorgeschädigt und da nun mal der Kopf bei solchen Rennen eine Rolle spielt, habe ich mich für Berlin und gegen Hannover entschieden.

 

–> Fotograf Andreas Schwarz

 

One Comment

  • Hanna

    12. April 2018 at 11:01 am

    Hallo Katharina,

    danke für den schönen Bericht und die Einblicke, dass Rennen aus deiner Sicht erzählt zu bekommen.
    Herzlichen Glückwunsch zur Bestzeit!!!!

    Ich finde es klasse, wie ehrlich und fair du bist, wenn du sagst, dass es „deine Strecke“ ist. 🙂
    Beim nächsten mal holst du sicherlich noch ein Stückchen mehr raus und überaschst alle. Ich freue mich darauf, deinen weiteren Weg zu verfolgen.

    Du bist eine tolle Läuferinnen!!

    Liebe Grüße,
    Hanna

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