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DM 10000m

Am vergangenen Wochenende fanden die Deutschen Meisterschaften der Langstrecke im Stadion am Hallo in Essen statt. Meine Entscheidung über die 10000m an den Start zu gehen, fällte ich erst eine Woche vor dem Rennen.

Ich wollte meinen Start abhängig machen vom Trainingsstand, Fußzustand und Wetterbedingungen. In der Woche davor ließen mich Temperaturen bis über 30 Grad an einem Start zweifeln, es kühlte zum Wochenende hin jedoch recht deutlich und wir standen am Ende bei 15 Grad und leichtem Wind an der Startlinie.

Mein persönliches Ziel für das Rennen galt der Unterbietung der DLV-Norm für den Europacup Anfang Juli in London. Im vergangenen Jahr hatte ich das Rennen am Live-Stream verfolgt und war von der Stimmung und der Veranstaltung so begeistert und angetan, dass ich beschloss, es im kommenden Jahr in die Frauenmannschaft zu schaffen.

Nun fielen leider bereits im Vorfeld auf die Deutschen Meisterschaften einige schnelle Mädels aus und damit auch für das Team weg (ein Team besteht aus 5 Läufer-Innen + 1 Ersatz bei erfolgter Normunterbietung). Meine Hoffnungen lagen auf einem starken Team mit Chancen auf eine Medaille. 

Aber egal, dabei sein wollte ich dennoch und so war der Plan 79/80er Runden anzugehen und einen schnellen letzten Kilometer zu absolvieren. Die vorgegebene Norm von 33:15min sollte damit machbar sein.

Gemeinsam mit Rabea Schönborn wollten wir uns jeden Kilometer abwechseln und gemeinsam in Richtung Norm rennen. Ich war vor dem Start sehr nervös und angespannt; 25 Runden auf der Bahn, für mich im Wettkampf ein Debut. Kaum zu glauben, aber ich bin bis dato nur über 5000m als längste Strecke auf der Stadionrunde unterwegs gewesen.

Den ersten Kilometer gingen wir in 3:21,5min an. Zwar einen Tick zu langsam, aber nichts was sich nicht aufholen lässt. Rabea übernahm und brachte einen 3:22,5min-Kilometer auf die Bahn. Auch alles noch im Rahmen. So führten wir beide Runde für Runde eine 4-köpfige Gruppe an. Die Favoriten mit Alina Reh, Miriam Dattke und Anna Gehring waren zu dem Zeitpunkt schon weit enteilt. Während des dritten Kilometers bekamen wir die Info, dass Anna das Rennen vorzeitig beenden musste und unsere Gruppe nun den 3. Platz unter sich ausmachen durfte. Den 3. Kilometer führte ich zu einer 10:04min (3:20,0min).

Rabea übernahm wieder mit einem Kilometer in 3:21min. Langsam zehrte das Tempo an mir. Es war nicht sonderlich schnell, aber eben doch ermüdend und mir fehlt noch die Wettkampfhärte. Kilometer 5 wollte ich wieder an Rabea vorbei, doch gelang es mir nicht sie zu überholen. Ich hatte das Gefühl, dass sie gegendrückte, daher blieb ich dann hinter ihr. Wir absolvierten den nächsten Kilometer in einer 3:25min. Zwar deutlich langsamer, doch ich fand es schnell. 

Hin zu Kilometer 6 nahm Lea Hahnle die Führung unserer Gruppe in die Hand und es wurde gefühlt schneller – 3:24min – 3:25min – 3:23min. Die Zeit für den Europacup war endgültig passé, doch ein Treppchen für Lea in der U23 und für Rabea, Svenja und mich bei den Frauen greifbar. 

Allerdings musste ich versuchen an der Gruppe dran zu bleiben. Ich bin ehrlich, wenn ich sage, dass ich gedacht und auch gehofft hatte, dass ich bereits etwas weiter vom Training bin und ein Tempo von 79/80 Sekunden auf die Stadionrunde ohne größeren Aufwand laufen könnte. Doch so 25 Runden können doch lang werden und vergehen nicht ganz so schnell wie auf der abwechslungsreicheren Straße!!

Die letzten zwei Kilometer übernahm wieder Rabea und brachte eine stetige Temposteigerung in das Rennen. 3:24 für den vorletzten und dann einen letzten Kilometer deutlich unter 3:20min. 

Ich versuchte mich mit allem was noch ging an Lea und später an Rabea festzubeißen. Ich hoffte auf eine mögliche Chance im Endspurt, obwohl Rabea doch recht spurtstark ist.

Die letzten 100m zog ich maximal an und war erstaunt, welche Lücke mein Überraschungsangriff riss. (Das 200er Training macht sich bezahlt!!)

Am Ende konnte ich den dritten Platz mit einer 33:35,15min sichern. Der letzte Kilometer belief sich auf eine 3:09min. Zwar habe ich meinen Platz für den Europacup verloren, aber eine nationale Medaille gewonnen. Sehe das Rennen also mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Auf diesem Wege auch nochmal Glückwunsch an Alina Reh für den phänomenalen Alleingang (31:19,87) und an Mitiam Dattke. Auch sie lief alleine zu einer tollen 32:50,10min, sowie allen anderen Starterinnen!

Ich habe an dem Wochenende übrigens einen weiteren persönlichen Rekord gebrochen. Drei Dopingkontrollen in drei Tagen!! Erst Trainingskontrolle, dann PreRace-Kontrolle und dann die zugeloste Wettkampfkontrolle! #cleansport

© Wolfgang Kühnert

–> Ergebnisse

Noch ein paar Impressionen. Danke an Larasch.de

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